„Putzaktion“ bei den „Stolpersteinen“.

Seit nunmehr zweieinhalb Jahren werden in Koblenz „Stolpersteine“ verlegt. Die letzte der drei Aktionen war am 20. Januar 2009. Inzwischen sind 51 Steine verlegt. Schon länger mussten wir vom Förderverein Mahnmal Koblenz feststellen, dass die Steine ganz unansehlich geworden sind. Bis auf ganz wenige „Stolpersteine“, wie vor allem die beiden für Wilhelm und Jenny Kahn vor dem Hotel Brenner in der Rizzastraße 22 verlegten, die immer wieder geputzt werden, sind diese stark oxydiert. Man kann sie kaum noch von dem Straßenpflaster im Übrigen unterscheiden.

Das störte unser Vereinsmitglied Heinz Rinck gewaltig. Denn er meint, die „Stolpersteine“ soll man ja erkennen und sie sollen ein würdiges, ehrendes Andenken an die NS-Opfer sein. Deshalb nahm Herr Rinck die Sache in die Hand. Dafür bekam er von der Firma Wolfcraft in Kempenich kostenlos Putzscheiben für seine Bohrmaschine und Polierpasten zur Verfügung gestellt. Am 19. Juni ging er zusammen mit seiner Frau Regina ans Werk. Drei „Stolpersteine“ nahm er sich vor: die beiden Steine für Anneliese und André Hoevel in der Trierer Straße 97 und den Stolperstein für Adolf Appel am Kastorhof 4. Mit Unterstützung der Nachbarn, die den Strom zur Verfügung stellten, polierte er die Steine und ließ sie in neuem, altem Glanz erstrahlen. Die Eheleute Rinck konnten befriedigt feststellen, dass ihre Methode „goldrichtig“ ist. Das fand auch Joachim Hennig vom Förderverein, der die Aktion begleitete.

Gern würden sie weitermachen – schließlich gibt es noch an die 45 Stolpersteine in Koblenz, die eine solche Putzaktion nötig hätten. Diese Arbeit können und wollen sie aber nicht allein machen. Sie suchen Unterstützer, die sich an der Aktion beteiligen. Ihnen schwebt auch vor, dass sich gerade junge Leute für bestimmte Steine „verantwortlich“ fühlen und – natürlich nur in Absprache mit dem Förderverein Mahnmal Koblenz - zusehen, dass die Steine weiterhin in ihrem Glanz erstrahlen. Denn Heinz Rinck weiß: So erfolgreich diese „Putzaktion“ auch jetzt war, so kann sie nicht einmalig bleiben. Immer wieder wird es nötig sein, einmal nachzuputzen. Deshalb würden sich Heinz Rinck und der Förderverein Mahnmal Koblenz sehr freuen, wenn er Helfer fände. Vor allem denkt er an Jugendliche, die über die Schule oder über den Verein für diese Gedenkarbeit der praktischen Art gewonnen werden könnten.


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